Donnerstag, 15. September 2016

Gemeinsam allein auf dem Boot

Friedrichshafen - Am vergangenen Samstag (10.09.16) stellten sich in Friedrichshafen Segler einer ganz besonderen Herausforderung: Sie meisterten „einhand“, also als einzige Person an Bord einer Yacht, eine Regatta.

Bereits zum zweiten Mal übernahm Jörg Droemer vom Segel-Motorboot-Club Friedrichshafen (SMCF) die Leitung einer Wettfahrt. Bei der morgendlichen Steuermannsbesprechung konnte er alle acht Teilnehmer persönlich begrüßen.

Fünf Minuten nach 10 Uhr wurde das Feld von Friedrichshafen Richtung Immenstaad geschickt. Aufgrund des nur mäßigen Windes verzichtet Jörg Droemer auf den Weg über den See nach Uttwil und beorderte die Boote nach der Umrundung der Bahnmarke zurück nach Friedrichshafen. Adolf Schuldt auf der „Flipper“ musste technisch bedingt aufgeben und wurde von einem Begleitboot des SMCF zurück nach Fischbach geschleppt.

Nach gut drei Stunden kam Klaus Vonbach auf seiner Dynamic 35 „Fun No. 1“ als erstes über die Ziellinie und sicherte sich den Sieg in der Yardstick Gruppe 1. Roger Fackelmayer gewann mit der „Und Tschüss“ in der Yardstick Gruppe 2 und Willi Egger holte sich den ersten Preis in der Yardstick Gruppe 3 auf der „Strahl“.

Die Einhand-Segler messen sich am Bodensee über das Jahr verteilt bei mehreren Wettfahrten. Nach Bregenz und Sipplingen war die Regatta in Bottighofen dieses Jahr leider von den Veranstaltern abgesagt worden. Friedrichshafen setzte wie jedes Jahr den Schlusspunkt. In der Jahreswertung gewann Berd Strahl in der Yardstick Gruppe 1, Roger Fackelmayer in der Yardstick Gruppe 2 und Günter Samland sicherte sich mit der „Sverre“ knapp den ersten Platz in der Yardstick Gruppe 3 vor Willi Egger.

Der Bodensee-Einhand-Pokal ging an Günter Samland als Gesamtsieger der Einhand-Serie. Im Vereinsheim „Schussen“ ließen die Gewinner ihre Wanderpokale mit Sekt und Cuba Libre auffüllen und so feierte die eingeschworene Gemeinschaft der Einhand-Segler noch bis spät in die Nacht.
Bericht: Martin Händler, Pressearbeit des SMCF.

Bodensee-News: Die Ergebnisse werden hier noch aufschalten!
Jörg Droemer (Mitte) leitet die Regatta für den SMCF. Flankiert wird er vom erfah-renen Kollegen Timo Seifert (links) und von SMCF Präsident Carlo Bevoli.
Allein an Bord ist besondere Vorsicht geboten, das Tragen der Rettungsweste ist für Einhand-Segler selbstverständlich. Auf dem Bild birgt Klaus Vonbach auf der „Fun No. 1“ gerade den Spibaum.
Roger Fackelmayer sitzt entspannt auf seiner Dehler 34 „Und Tschüss“.
: Günter Samland freut sich über den Jahressieg in der Yardstick Gruppe 3. Noch weiß er nicht, dass er gleich den Bodensee-Einhand-Pokal überreicht bekommt.

Drachen auf der Interboot

Die Bodenseeflotten (GER & CH) sind mit drei Drachen (2x Classic/ 1x Modern) in Friedrichshafen vertreten...

und würden sich sehr freuen, Sie am Drachenstand in der Halle A1 und im Vorführhafen begrüßen zu dürfen.
Für detailierte Fragen über die Drachenklasse steht Ihnen am ersten Interbootwochenende Cordula Schickel vom Sekretariat aus München zur Verfügung. Natürlich sind auch aktive Segler vor Ort vertreten um jegliche Fragen um das Boot und die Klasse zu beantworten.

Am Samstag, dem 24. September findet ab 18:00 Uhr in der Halle A1 die legendäre Standparty des Gemeinschaftsstands der ausstellenden Bootsklassen statt.

Hier sind alle Mitglieder herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Drachenflotte Bodensee GER
Drachenflotte Bodensee CH

Mittwoch, 14. September 2016

Die Verfolger jagen Erstplatzierten aus Tutzing

Es wird brandheiß am kommenden Wochenende bei der Deutschen Segel-Bundesliga in Kiel (16. bis 18. September). Zum vorletzten Mal in dieser Saison treten die Clubs der 1. Liga gegeneinander an. Die Punkteabstände sind so eng, dass im Kampf um den Meistertitel noch alles offen ist. Jeder kleine Fehler kann die Clubs teuer zu stehen kommen. Für die Zweitligisten bringt Kiel bereits die Entscheidung, denn es ist ihr letzter Auftritt in dieser Saison. Aufstieg, Abstieg oder Relegation? Das alles entscheidet sich in Kiel. Spannende Wettfahrten mit einer großen Portion Action und Nervenkitzel sind damit garantiert.
Foto: © DSBL/Lars Wehrmann
Angeheizte Stimmung bei den Erstligisten: Aktuell liegen die 18 Clubs punktetechnisch so dicht beieinander, dass der Kampf um den Meistertitel noch längst nicht entschieden ist. Kein Club konnte sich bisher bedeutend von seinen Konkurrenten absetzen. Der Deutsche Touring Yacht-Club (amtierender Deutscher Meister) führt mit nur einem Punkt Abstand zum Zweiten, dem Lindauer Segler-Club, die Tabelle an. Platz drei belegt (mit fünf Punkten Rückstand zu Platz eins) der Verein Seglerhaus am Wannsee. So gilt es in Kiel noch mal ordentlich Gas zu geben, um sich entscheidende Punkte im Kampf um den Titel zu sichern.

Für die 18 Zweitligisten stehen in Kiel wichtige Entscheidungen an: Wer steigt ins Oberhaus auf? Wer muss in der Qualifikation noch mal zittern? Und wer steigt direkt ab und segelt damit 2017 nicht mehr in der Bundesliga? Aktuell dominieren die Norddeutschen Clubs in der 2. Liga: Es führt der Mühlenberger Segelclub (Hamburg) punktgleich vor der Segelkameradschaft "Wappen von Bremen" und dem Hamburger Segel-Club. Alle Punkteabstände sind äußerst eng, sodass noch alles drin ist.

Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freut sich auf das Event: „Kiel.Sailing.City bietet den Aktiven großartige Bedingungen auf den Regattabahnen und den Fans Segelsport zum Anfassen direkt in Zuschauernähe. Toll, dass die Segel-Bundesliga bereits zum dritten Mal das hochkarätige Saisonprogramm bereichert.“

Die Wettfahrten werden wieder vor Ort und im Internet übertragen. Wechselnde Experten kommentieren, sodass Zuschauer die Wettfahrten von überall live mitverfolgen können. Der Startschuss zur ersten Wettfahrt fällt am Freitag um 11.00 Uhr an der Kiellinie vor dem Camp 24/7. Die Siegerehrung findet im Anschluss an das letzte Rennen am Sonntagnachmittag statt (etwa um 16.45 Uhr). Die 36 Clubs segeln wieder zuschauernah, direkt an der Kiellinie.

Live-Übertragung Samstag und Sonntag ab 12:00 hier!
Kieler Yacht-Club © DSBL/Oliver Maier
Flotte 1. Segel-Bundesliga © DSBL/Oliver Maier
Flotte 2. Segel-Bundesliga © DSBL/Oliver Maier

Internationale Schweizer Meisterschaft der Firaball

27 Teams aus 3 Nationen. Sehr gute Thermik Bedinungen. 2 Tage Südwind, letzter Tag Nordwind. 2-4 Bft. 10 Läufe. Klare Sache für Claude Mermod / Ruedi Moser. Sie gewinnen 9 von 10 Rennen. Silber für Kurt Venhoda/Sonja Zaugg, Bronze Christina Härdi / Cedric Landerer.

Im Patronat mit dem Yacht Club Romanshorn organisierte der UV Maccagno die SM zu voller Zufriedenheit. Das Wetter war prächtig und die Thermik funktioniert wie ein Uhrwerk. Am ersten Tag waren am Nachmittage 4 Rennen möglich und die Meisterschaft schon gültig. Am Samstag reichte der Südwind für drei, am Schlusstag gab es am Morgen nochmals drei Wettfahrten bei Nordwind. Mit der Windbilanz von 2 - 4 Bft. konnte man mehr als zufrieden sein. Nur der allerletzte Lauf versank trotz Abkürzung in Flaute...

Do, 8.9. Tag 1:
Der Donnerstag war als Anreise- und Vermessungstag vorgesehen. Heisses Sommerwetter mit Aussicht auf mehr. Wasserstand im See: rekordverdächtig tief...

Fr, 9.9. Tag 2:
Der Wind aus Süden kam rechtzeitig auf den Beginn der SM. Nach kurzer Wartezeit war er stabil mit 3-4 Bft. Ausgesteckt wurde ein Dreieck mit Vorwinder und einem Halbwindzieleinlauf. 4 Läufe waren vorgesehen. Mermod/ Moser wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und fuhren vier Siege ein. Dahinter sorgten Venhoda/S. Zaugg, Ch. Härdi/Landerer, Düscher/M. Düscher und auch Scheller/Eberle für abwechselnde Verfolgung. Am Abend reichte der Club köstlichen Apero und bei der spätsommerlichen Wärme konnte man gut noch draussen speisen.

Sa, 10.9. Tag 3:
Gleicher Wind, leicht stärker zeitweise, gleicher Kurs, gleiche Sieger - was nicht unbedingt die Spannung hob. Während Venhoda/S. Zaugg und Ch. Härdi/Landerer etwas früher los fuhren, kamen Giovanoli/S. Giovanoli besser in Schwung. Scheller/Eberle liessen sich ganz vorne nicht mehr blicken. So rückten die Verfolger paarweise punktemässig zusammen - was die Spannung etwas erhöhte. Nach drei Wettfahrten und einem Startversuch mit allgemeinem Rückruf wurde klar: Der Wind verabschiedete sich etwas früher als erhofft. Auf der Rückreise zum Liegeplatz im Giona Park wurden gerne die Motorboote zum Schleppen in Anspruch genommen.

Über den Alpen hatten sich bis zum Eindunkeln hohe Wolkentürme gebildet. Nach dem gemeinsamen Nachtessen im Club zuckten überall Blitze. Dazu wehte eine steife Brise aus Nord. Morgenrennen waren am Sonntag angesagt. Bald nach dem Zubettgehen fielen erste Tropfen, später eher in Strömen. Gut oder schlecht für den morgendlichen Nordwind?

So, 11.9. letzter Tag:
Start um 8.30 war geplant. Der Himmel war noch wolkenverhangen, der in der Nacht heulende Nordwind noch da, aber sehr zahm, 2- 4 Bft. anfänglich, später kontinuierlich abnehmend. Neue Situation, neuer Kurs. Nur noch up and down. Es blieben noch 3 Rennen zu fahren. Auch am Morgen früh war gegen Mermod/Moser kein Kraut gewachsen. Sie erhöhten ihre Bilanz auf 9 Siege. Dahinter duellierten sich Venhoda/S. Zaugg und Ch. Härdi/Landerer um Silber und Bronze. Zwischen Scheller/Eberle und Giovanoli/S. Giovanoli gings um Platz vier. Vor dem letzten Lauf hatten Giovanolis die besseren Karten, Scheller/Eberle patzten für ihre Verhältnisse zweimal. Gegen 11 Uhr fiel der Schuss zum letzten Rennen. los gings in den stark abnehmenden Wind. Alle suchten nach letzten Böen. An der Luvboje rundeten Scheller/Eberle knapp vor Mermod/Moser und den anderen Verfolgern. Wieder splitterte sich das Feld auf, in der Hoffnung auf Privatlüftchen. Scheller/Eberle hatten die besten Nasen und rundeten die Leeboje mit gutem Vorsprung auf Venhoda/S. Zaugg und Liechti/M. Liechti. Die Boote schlichen nun nur noch Richtung Luv. Erlösung kam mit der S-Flagge für Abkürzung. Mit diesem Laufsieg sicherten sich Scheller/Eberle den 4. Platz vor den punktgleichen Giovanolis. Das Silber von Venhoda/S. Zaugg war mit diesem Rennverlauf nie in Gefahr. Ch. Härdi/Landerer blieb Bronze.

Mit 10 guten Rennen in drei Tagen kann man sehr glücklich sein. Das Revier zwischen Maccagno und Cannobio hat sich als sehr verlässlich gezeigt. Die schmalste Stelle des Lago Maggiore generiert zuverlässig Wind. Das noch hochsommerliche Wetter trug das Seine bei. Daheimgebliebene haben eine feine Meisterschaft verpasst...

Grosser Dank geht an die Veranstalter, die mit grosser Gastfreundschaft und tadelloser Wasserarbeit aufwarteten. Die Fireballs kommen auch in Zukunft gern nach Maccagno zum SUI-ITA-Treffen.

Rangliste
1. SUI Mermod/Moser 8P
2. SUI Venhoda/S. Zaugg 18P
3. SUI C. Härdi/Landerer 23P
Vollständige Rangliste >

Wassersportfreunde halten zusammen

Jeder Wassersportler ist froh, wenn er sie nicht braucht - dennoch dürfte es beruhigen, zu wissen, dass es rund um den See qualifizierte Wasserretter gibt, welche im Falle eines Falles professionell helfen können. Egal ob in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, die Wasserrettungsorganisationen wie ÖWR, DLRG, Wasserwacht und SLRG leisten dies ehrenamtlich und agieren Hand in Hand mit den Seepolizeien.

In Bayern obliegt die Verantwortung der Wasserrettung gemäß Bayerischem Rettungsdienstgesetz den Wasserwachten bzw. der DLRG; für den bayerischen Bodenseeteil bedeutet dies, die Kreiswasserwacht Lindau stemmt diese Aufgabe federführend - bestens unterstützt durch Wasserschutzpolizei, lokale Feuerwehren und THW. International arbeitet man auch hervorragend zusammen, u.a. im Rahmen der ARGE Wasserrettung Bodensee.

Ein wichtiger Baustein im Ostteil des Obersees ist das große Motorrettungsboot 'Seewolf', welches schon etliche Jahre erfolgreich in Dienst steht und mit dessen Hilfe so manchen in Not geratenen Personen geholfen werden konnte. Um noch viele weitere Jahre im Einsatz bestehen zu können, ist nun eine umfangreichere Überholung notwendig. Hierbei ist die Wasserwacht als Gemeinschaft des Roten Kreuzes unter anderem auf Spenden angewiesen.

Hinsichtlich finanzieller Beteiligung zeigt sich aktuell eine tolle Solidarität der Wassersportbegeisterten. Neben Privatpersonen und teilweise auch Firmen, haben sich schon einige kleine und mittelgroße Lindauer Wassersportvereine am Stopfen des Finanzierungslochs beteiligt.

Ganz besonders freut sich die Lindauer Wasserwacht über die Unterstützung seitens Freiwilliger Seenot-Dienst. Wasserwacht und FSD sind keinesfalls Konkurrenz, sondern ergänzen sich hervorragend. Vor diesem Hintergrund sagt Thomas Ball, FSD-Revierobmann am Bodensee: "Um die gute Zusammenarbeit fortzuführen, möchten auch wir unseren Beitrag für das Wasserwacht-Rettungsboot leisten.", sowie "Der FSD hofft, dass dies auch als Beispiel für weitere Bootfahrer dient und sich hoffentlich noch viele Spender finden werden".

Solch positives Verhalten, beispielhaft seien YCL (Yacht-Club Lindau), WSK (Wassersportverein Kleiner-See), Steggemeinschaft Alter Leuchtturm, oder aber FSD genannt, stimmen die Verantwortlichen bei Wasserwacht und BRK Kreisverband Lindau optimistisch, die Finanzierungslücke zu schließen.

Allen Spendern gilt ein herzliches Vergelt's Gott und immer eine Handbreit... Spenden >

Bodensee-News hat den Aufruf gleich wargenommen und eine Spende abgesetzt. Machen auch Sie mit!

Matthias Müller, Technischer Leiter Ortsgruppe, stellv. TL Kreiswasserwacht
Segelhafen 1
D-88131 Lindau/B.
Tel. +49 8382-944480 (Mo.abend)
Tel. +49 8382-28931 (privat)
Tel. +49 160-93755887 (mobil)
E-mail: TL@lindauer-wasserwacht.de
Web: www.lindauer-wasserwacht.de

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"Interboot-Trophy"“ am 17. und 18. September 2016

Zum zwölften Mal richtet der Württembergische Yacht-Club (WYC) am kommenden Wochenende (17./18. September 2016) die "Interboot-Trophy" für Jollenklassen in Kooperation mit der Friedrichshafener Wassersportmesse aus. Rund 80 Teilnehmer haben in den fünf Klassen gemeldet. Die "Interboot-Trophy" ist damit weiterhin eine der größten Jollen-Regatten in Süddeutschland.
Mit 19 gemeldeten Booten werden die Laser Radial (unser Bild) die stärkste Klasse bei der Interboot-Trophy 2016 sein. Gesegelt wird bei dieser Regatta des Württembergischen Yacht-Clubs am kommenden Wochenende in Sichtweite der Uferpromenade von Friedrichshafen. Als weitere Klassen werden Contender, Europes und Laser 4.7 am Start sein. Foto: © Uli Lancé / WYC
Am Start werden die Klassen Contender (17 angemeldete Teilnehmer), Europe (18), Laser-Radial (19) und Laser 4.7 (12) sein. Im Laser Standard (9) mit dem großen Segel hofft WYC- Regattaobmann Günther Widmer noch auf ein paar Nachmeldungen, um in dieser Klasse ebenfalls mehr als zehn Boote auf der Bahn zu haben. Den Finn-Dinghies hat er mangels ausreichender Meldungen abgesagt.

Wettfahrtleiterin ist diesmal Alexa Schaufler. Die Medizinstudentin hat vergangenes Jahr die Optimisten-Regatta des WYC geleitet. „Die Interboot-Trophy mit mehreren Klassen ist schon eine Herausforderung für die Wettfahrtleitung. Aber Alexa kann das auch“, ist Widmer überzeugt. Ihr zur Seite steht auch Co-Wettfahrtleiter Volkhard Berg und ein eingespieltes Team. Die voraussichtlich fünf Klassen werden im Fünf-Minuten-Abstand nacheinander starten. Auf der trapezförmigen Bahn (Bojen sind wie ein verzerrtes Viereck gesetzt) können mehrere Kurse von den diversen Klassen gleichzeitig gesegelt werden.

Gekämpft wird in allen Klassen um Ranglistenpunkte, die „Interboot-Trophy“ und Gutscheine im Wert von 25 bis 100 Euro für die jeweils ersten drei Plätze, welche die Interboot zur Verfügung stellt. „Die Zusammenarbeit mit dem Projekt-Team der Messe ist hervorragend“ lobt Widmer. Die Interboot ist nicht nur Preisstifter und Namensgeber der Regatta, sondern unterstützt den WYC bei dieser Veranstaltung im Herzen der Stadt auch tatkräftig.

Fünf Wettfahrten sind ausgeschrieben, der erste Start soll am Samstag um 11 Uhr erfolgen. Die Wetterprognose verspricht einen Herbsteinbruch am Wochenende an: deutlich kühler als zuletzt, stark bewölkt, vielleicht ein bisschen Regen – und Wind, zumindest am Samstag. Also ein Wetter, bei dem man entweder gut segeln kann oder sich lieber auf der Interboot umschaut. Am Sonntag könnte es dann herbstlich ruhig werden. Nichtsdestotrotz liegt die Regattabahn vor der Uferpromenade am Graf-Zeppelin-Haus, zum Zuschauen durchaus geeignet. Auch das „Fahrerlager“ ist auf der Wiese vor dem Graf-Zeppelin-Haus, nur ein paar Schritte vom Clubhaus des WYC am Ende der Uferpromenade am Yachthafen entfernt. Dort werden die Jollen zwischen den Wettfahrten auch gelagert. Diese Boxengasse mit Jollen, Seglern, Trainern und Betreuern ist tagsüber für jedermann offen und zugänglich. Bericht: Max Rieger, WYC.

Montag, 12. September 2016

Sach-Team gewinnt sensationell die Centomiglia

Das Segelteam um die Ostholsteiner Brüder Helge und Christian Sach hat überraschend die 66. Centomiglia auf dem Gardasee gewonnen. Die vierköpfige Crew mit Herbert Vogel und Gerd Schmitzer setzte sich auf ihrem zehn Meter langen M32-Katamaran „itelligence“ bei der legendären 100-Seemeilen-Regatta auch gegen drei größere Extreme 40-Kats durch. Nach sieben Stunden, 38 Minuten und 17 Sekunden wurden die Nordlichter im Start- und Zielhafen Bogliaco umjubelt.
„Das war ein hartes Stück Arbeit bei bis zu sechs Windstärken“, berichtete Steuermann Helge Sach, „am Ende hat unsere bessere Taktik den Ausschlag gegeben.“ Das Sach-Team hatte die Konkurrenz am Sonnabendmorgen (10. September) um halb neun mit einem ausgeschlafenen Steuerbord-Start düpiert und war mit großem Vorsprung aus der Bucht von Bogliaco heraus nach Norden unterwegs. Im stetig zunehmenden Vento, dem morgendlichen Nordwind, kreuzte das Feld den Gardasee Richtung Riva auf.

Und mit der Zeit machte sich Bootslänge bezahlt. Die drei Zwölf-Meter-Kats vom Typ Extreme 40 zogen am M32 der Zarnekauer vorbei und hatten an der ersten Wendemarke „Arco“ fast eine Viertelstunde herausgefahren. Aber auch der Lokalmatador und mehrfache Gesamtsieger Gregor Stimpfl war mit dem baugleichen M32 „Hägar III“ bei seiner 23. Teilnahme vorbeigezogen. Er hatte offenbar die Windvorhersage richtig gedeutet und war zu fünft mit höherem Trimmgewicht unterwegs.

Doch die Centomiglia ist lang. Über Torbole führte der Kurs quer über den See nach Brenzone und von dort zurück in ein Transitgate vor dem Start- und Zielhafen Bogliaco. Und die Cento forderte auch ihren Tribut. Die in der Vorwoche bei der Gorla Trophy siegreiche Crew der Libera „Raffica“ kenterte und musste aufgeben. Zwischen Riva und dem Surfmekka Torbole hatten die Veranstalter noch eine Speed Challenge eingebaut. Schnellstes Boot unter Gennaker war die „itelligence“ mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,25 Knoten. Das entspricht fast 40 km/h!

„Wir sind tatsächlich zum ersten Mal ins Foilen gekommen“, berichtete Christian Sach begeistert, „mit beiden Schwertern unten hob das Boot ab und flog übers Wasser.“ Der M32 hat gebogene Schwerter, aber noch keine Tragflächen (Foils). Deshalb wurden die Sachs von dem Segelverhalten selbst überrascht, nachdem nach einer Halse für einen Moment beide Schwerter nach unten gestellt waren.

Aber der Rückstand auf die scheinbar übermächtigen Gegner schmolz nur langsamen. Am Tor bei Bogliaco waren es immer noch elf Minuten auf Enrico Zennaro im Team „North West Garda Sailing“. Auch an der letzten Wendemarke bei Desenzano lagen die Extreme 40 sowie Stimpfl noch bis zu vier Minuten vorn. Doch der Vento war – typisch für das Revier – inzwischen fast ganz eingeschlafen. Die Ora, ein leichter Südwind setzte sich durch.

„Der ist zu Anfang dicht unter Land immer am stärksten“, erinnerte sich Helge Sach an auch leidvolle Erfahrungen der Vergangenheit. Christian Sach pushte seinen Bruder auf einen extremen Kurs am Ufer entlang. „Das war unsere einzige Chance, Stimpfl noch in Lee abzufangen“, so der Taktiker. Die Extreme 40 hatten sich schon verschätzt und kämpften nur noch um den dritten Podiumsplatz. Im Bogen fuhr die vierköpfige Mannschaft der „itelligence“ schließlich zwei Minuten und drei Sekunden vor der „Hägar III“ über die Ziellinie. Dritter wurde das „Extreme Sailing Team“ von Kristof Kaiser aus Ungarn, sechs Minuten zurück.

99 Wenden und Halsen segelte das Sach-Team auf dem Gardasee, 35 mehr als ihr härtester Verfolger. Dabei zahlte sich das einwöchige Training zuvor aus. Herbert Vogel, Gerd Schmitzer und die Sach-Brüder gewannen auch durch ihre schnellen Manöver. Insgesamt legten sie 140,42 Kilometer über Grund zurück, ein vergleichsweise direkter Kurs deutlich unter den durchschnittlich 100 Seemeilen, die dem Klassiker ihren Namen gegeben haben. „Das war ein Rennen nach Maß mit sensationellem Ausgang“, freuten sich Helge und Christian Sach über den viel beachteten Gesamtsieg bei der 66. Centomiglia.
Bericht: Andreas Kling.