Boris Herrmann / Meile für Meile kommen wir dem Ziel näher, scheinbar im Schneckentempo. Es ist alles eine Frage der Einstellung. Sie bestimmt die Wahrnehmung. Im Southern Ocean fliegen die Tage dahin. Normalerweise segeln wir halbwegs schnell: Wenn wir vor den Wind abfallen, um auf dem Vordeck einen anderes Segel zu setzen, laufen wir oft immer noch 13 oder 15 Knoten, nur um dann wieder auf 18 bis 20 Knoten zu beschleunigen, wenn wir mit dem Segelwechsel fertig sind. Im Gleichklang mit der Bootsgeschwindigkeit vergeht auch die Zeit an Bord. Momentan plätschern kleine Ententeichwellen gegen unsere Bordwände, während wir mit fünf Knoten durch die Nacht dahintreiben. Die Zeit scheint still zu stehen, scheint kriechend langsam zu vergehen, die Meilen und Distanzen sind renitent und wollen sich kaum verändern. Es beunruhigt mich nicht. Ich habe so kurz vor dem Ziel alle Geduld der Welt. Lesen Sie weiter >
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