
Photo credit: Rolex / Kurt Arrigo
Rückblende WM 2010: „Nerone“ musste zum Finale einen Zwei-Punkte-Rückstand auf die „Transfusion“ aufholen, schaffte das und gewann den Titel. Wird „Transfusion“ diesmal die Enttäuschung des Vorjahres wiedergutmachen und die scheinbar Unaufhaltsamen stoppen? „Transfusion“ hatte dazu bereits am vorletzten Wettfahrttag eine gute Chance. Im Rennen sieben führte sie bis zur Hälfte, musste dann aber bis zum Ziel noch drei Boote passieren lassen, während Vasco Vascottos unerbittlichen taktischen Bemühungen die „Nerone“ noch drei Ränge nach vorn auf Platz sechs brachten.
Eine letztlich unbedeutende Niederlage für die Italiener, denn im achten Rennen jagte die „Nerone“ durch das Feld und erkämpfte sich auf dem ersten Vorwind-Gang einen uneinholbaren Vorsprung. Die „Transfusion“ stolperte dagegen im Windschatten als Fünfte ins Ziel. Wird dieses Comeback der „Nerone“-Mannschaft den entscheidenden psychologischen Vorteil bringen? Immerhin hat die „Transfusion“-Crew noch einen Renntag mit zwei geplanten Wettfahrten, um die Niederlage wieder wettzumachen und ihre erste Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft zu gewinnen.
Während die Führenden ihr eigenes Spiel spielten, wurde dahinter das Feld ordentlich durchgemischt. William Douglass (USA) mit der Allzweckwaffe James Spithill, aktueller America’s Cup-Sieger, erwischte mit der „Goombay Smash“ seinen besten Tag mit zwei Ausreißern nach oben. Dem Sieg im siebten Rennen ließen sie einen sechsten Rang folgen. Wolfgang und Angelika Schäfer schüttelten mit ihrer Crew auf der „Struntje Light“ die Disqualifikation von Rennen vier an Vortag ab und landeten einen zweiten und einen achten Rang. „Wir haben uns gesagt, von der Disqualifikation lässt sich eine gute Crew nicht erschüttern, und sind auf Angriff gefahren“, berichtete Wolfgang Schäfer.
Dabei waren sie sogar dicht davor, ein Rennen zu gewinnen, wurden aber auf der Ziellinie noch abgefangen, als „Goombay Smash“ den Spinnaker 20 Zentimeter vor der „Struntje Light“ ins Ziel schob. „Insgesamt war es aber ein sehr guter Tag. Wir waren schnell unterwegs und im zweiten Rennen trotz eines schlechten Starts noch auf Rang acht vorgefahren. Natürlich schmerzt die Disqualifikation sehr, denn ohne lägen wir auf Rang drei. Aber mit einem ,Wenn und Aber‘ gewinnt man keine Rennen“, so Schäfer, der auch am Finaltag noch auf Angriff fahren will. „Den Sieg in der Amateur-Wertung wollen wir auf jeden Fall einfahren und auch Platz fünf haben wir noch im Blick, denn dort liegt die ,Estate Master‘, die uns die Disqualifikation eingebrockt hat.“
Auch Helmut und Evan Jahn auf der „Flash Gordon“ (USA) arbeiteten hart unter der Führung von Bill Hardesty und nutzten einen unterdurchschnittlichen Tag von Martin und Lisa Hill auf der „Estate Master“ (Australien), um auf den dritten Gesamtrang vorzurücken. Außerdem musste die ehemalige Führende „Estate Master“ auch noch die „Barking Mad“ von Jim Richardson (USA) auf Rang vier passieren lassen.
Tag 3 –Zwischenergebnis der Top 10
Platz, Bootsname, Land, Eigner-Steuermann, R1-R2-R3-R4-R5-R6-R7-R8, Gesamtpunkte
1. Nerone, Italien, Antonio Sodo Migliori & Massimo Mezzaroma, 2-1-10-8-1-1-6-1, 30 Punkte
2. Transfusion, Australien, Guido Belgiorno-Nettis, 4-4-2-1-7-4-4-5, 31
3. Flash Gordon, USA, Helmut & Evan Jahn, 11-2-9-2-8-5-11-3, 51
4. Barking Mad, USA, Jim Richardson, 15-10-5-9-2-3-10-2, 56
5. Estate Master, Australien, Lisa & Martin Hill, 1-8-1-5-9-10-12-12, 58
6. Kokomo, Australien, Lang Walker, 19-5-4-7-5-9-3-7, 59
7. Struntje Light, Lüneburg, Wolfgang & Angela Schäfer, 3-13-3-21-4-13-2-8, 67
8. Hooligan, Australien, Marcus Blackmore, 13-3-6-4-16-14-8-4, 68
9. Voodoo Chile, Australien, Andrew Hunn & Lloyd Clark, 5-9-8-15-3-2-16-16, 74
10. Goombay Smash, USA, William Douglass, 9-6-17-10-11-16-1-6, 76
Die Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft 2011 wird vom Royal Sydney Yacht Squadron und der internationalen Farr 40-Klassenvereinigung organisiert. Die Wettfahrten werden vom 23. bis 26. Februar gesegelt.