Mittwoch, 2. Februar 2011

02.02.11: Scheinbarer Wind

Boris Herrmann / Hoch am Wind. Schon wieder. Es nimmt kein Ende. - Schaut man sich die Videos der anderen Crews auf der Medienseite des Rennveranstalters an, erkennt man, dass den Teilnehmern diese Tage keine rechte Freude zu bereiten scheinen. Die Boote sind für schnelle Raumwindkurse gebaut, für Ost-Kurse mit Westwind im Rücken. Aber was finden die Crews hier unten im Southern Ocean? Ostwinde. Dazu berichten fast alle Boote von wilden, ja nahezu verrückten Seen, die die Boote ausbremsen. Das typische Wetter für diese Breiten lässt weiter auf sich warten. Immer wieder wechseln sich Stark- und Schwachwind ab. Perfekte Phasen gibt es dazwischen fast gar keine.

Heute morgen schickte Boris per Twitter eine Kurznachricht: “Rough sailing upwind to the Aghulas Gate east. Will take all afternoon …” Dennoch war “Neutrogena” in den letzten 24 Stunden zusammen mit “Hugo Boss” eins der wenigen Schiffe, die wirklich gut vorankamen. Es gelang ihnen, ihre Durchschnittsgeschwindigkeiten permanent über elf Knoten zu halten, während andere zum Teil deutlich langsamer unterwegs waren. “We are Water” meldet derzeit nur 4,3 Knoten. Durch das lausige Wetter und die weit in den Norden verlegten Ice-Gates (so weit im Norden lagen sie noch NIE!) wird die Reise wohl sehr viel länger dauern, als erwartet. Weniger ein Problem der Ausdauer, als des Proviants. Ich erinnere mich, dass viele Crews in Barcelona erzählten, sie würden eine 90-Tage-Fahrt erwarten und deshalb – logisch – auch nur für 91 Tage Futter an Bord haben. Lesen Sie weiter >