
Die Gewerkschaft kritisiert die Firmenleitung. Die Absicht, die Bodan-Werft in Kressbronn zu schließen, sei nicht nachvollziehbar. Lilo Rademacher, Erste Bevollmächtigte des IG-Metall-Bezirks Friedrichshafen-Oberschwaben, lastete der Geschäftsleitung "eindeutige Managementfehler" an. Seit längerem habe die Werft es versäumt, kostendeckende Schiffbauaufträge an Land zu ziehen.
Der Vorschlag, 2011 mit Kurzarbeit zu überbrücken, sei abgelehnt worden. Nun sollen die Gespräche am 10. Januar fortgesetzt werden. Die angebotene Summe von rund 1,1 Millionen Euro für den Sozialplan kritisierte Rademacher jedoch als zu niedrig.
Von Geschäftsführer Robert Dittmann war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Er führt den Familienbetrieb mit insgesamt 95 Beschäftigten in vierter Generation. Die 1919 gegründete Werft hat den größten Teil der Fähren und Schiffe auf dem Bodensee gebaut. Über Umsatz und Geschäftsergebnis macht das Unternehmen keine Angaben.
Gewerkschaft kritisiert Gemeinde KressbronnNach Auffassung der IG Metall ist auch die Gemeinde Kressbronn schuld an der drohenden Schließung der Bodan-Werft. Sie habe den Bebauungsplan des Werftgeländes geändert, so dass die Firmenleitung dort ein Hotel, Ferienwohnungen und Liegeplätze bauen kann. Damit aber werde ihr ermöglicht, sich aus dem Schiffsbau zurückzuziehen.
Die Werft soll im Frühjahr 2011 geschlossen werden, weil es an Aufträgen fehlt.