Fred Meyer, Vice-Commodore der Société Nautique de Genève kommentiert die jüngste Tirade des GGYC:
„Der jüngste Schwall von juristischen Dokumenten und öffentlichen Aussagen von Larry Ellisons Golden Gate Yacht Club zeigt eindrücklich, dass sein Hauptziel darin liegt, den America’s Cup zu gewinnen, ohne auf dem Wasser darum zu segeln. BMW Oracle hat nicht nur seinen neunten Versuch lanciert, den Schweizer Defender mit einer fehlgeleiteten Interpretation der Deed of Gift von einem New Yorker Gericht disqualifizieren zu lassen, sondern sie haben ihre juristische Kampagne auch an einer weiteren Front intensiviert.
BMW Oracle ist entschlossen, den America’s-Cup-Wettbewerb zu ihren Gunsten zu drehen, dieses Mal mit einer Vierpunkte-Wiedergutmachungsklage vor der International America’s Cup Jury betreffend Regeln in der Notice of Race und den Sailing Instructions, welche die SNG für den 33. America’s-Cup-Match herausgegeben hat. Der Herausforderer hat immer noch nicht begriffen, dass das, was er erzwungen hat, ein ‚Deed of Gift’-Match ist. Es gibt kein Mutual Consent, kein gegenseitiges Einvernehmen. Sogar der New York Supreme Court hat ihnen gesagt, dass die Regeln jene des titelverteidigenden Yachtclubs sind, eine Tatsache, die im Übrigen auch in der Deed of Gift klar festgehalten ist.
Um auf die Attacken von Tom Ehman betreffend die Rechtmässigkeit der Segel von Alinghi zurückzukommen: Die Geschichte und Tatsachen stützen die ‚Deed of Gift’-Interpretation der SNG zu den ‚Constructed in Country’-Vorgaben, wie der amerikanische Historiker John Rousmaniere kürzlich erklärte: „Im Unterschied zu Rümpfen waren die Segel nie mit Nationalitätsrestriktionen belegt - weder durch die Segler, noch durch die Segelmacher, noch durch die Ausrichter oder den Treuhänder, den New York Yacht Club.“
Wir haben es klar gesagt: Wenn es BMW Oracle schafft, die Segel des Defenders zu disqualifizieren, dann wird es keinen Match geben. Russell Coutts wird den America’s Cup für Larry Ellison geholt haben ganz ohne zu segeln. Eine Ironie sondergleichen, wenn man weiss, dass Russell in jedem AC-Team, mit dem er seit 1995 gesegelt ist, 3DL-Segel gebraucht hat: mit Neuseeland, mit der Schweiz und jetzt mit der USA.
Ein weiteres Beispiel für ihre Doppelmoral ist die Tatsache, dass BMW Oracle versucht, die ‚Abfallbeseitigungs- und Umweltschutzregel’ in den Sailing Instructions zu umgehen, damit sie die Gewässer vor Valencia weiterhin mit dem Chemiecocktail verschmutzen können, den sie unter ihren Rümpfen versprühen, damit das Boot schneller läuft. Die SNG insistiert, dass beide Teams die spanischen Gewässer so respektieren wie ihre Heimgewässer.
Und wenn wir schon dabei sind: Ihre Aussage, es hätte eine ‚Singapur-Übereinkunft’ gegeben, ist reine Erfindung. Die Unterschriften, die Tom Ehman herumzeigt, waren jene auf einem ersten Entwurf, der verworfen und dann weiterentwickelt wurde, bevor BMW Oracle die Meetings abbrach, indem sie ihre neunte Rechtsklage einreichten.
Die SNG ist weiterhin entschlossen, dass der Gewinner des America’s Cup auf dem Rennkurs und nicht an Land bestimmt wird. Wir sehen euch am 8. Februar an der Startlinie.“
BN: Russell Coutts bzw. Larry Ellison und Team verhalten sich wie "Kindergärtler" zum Unterschied, dass bei diesem Streit ein Gericht entscheidet und nicht der normale Verstand der "Eltern"!!!