Die Warndienste der Anrainerstaaten des Bodensees konnten die Qualität der Windwarnungen auf hohem Niveau halten. Das bestätigen auch die Dienststellen der See- und Wasserschutzpolizei sowie die Rettungsdienste. Von dieser hohen Qualität profitieren in erster Linie verantwortungsbewusste Seebenutzer, welche die Informationen der Warndienste regelmässig nutzen.
Die Arbeitsgruppe „Sturmwarndienst am Bodensee“ setzt sich aus Vertretern der nationalen Wetterdienste, d.h. dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, dem Deutschen Wetterdienst DWD sowie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Österreich), Vertretern der See- und Wasserschutzpolizei sowie weiterer Warndienste aus allen drei Anrainerstaaten zusammen. Jedes Jahr analysiert und beurteilt sie die Qualität der Windwarnungen für den Bodensee, um daraus Massnahmen für weitere Verbesserungen abzuleiten. Die Bilanz 2009 ist erneut positiv: Die Trefferrate für Windwarnungen ist weiterhin auf hohem Niveau.
Wetterablauf
Am 23. Januar zog das Orkantief „Joris“ über die Nordsee hinweg und brachte auch am Bodensee heftige Sturmwinde von 80-100 km/h. Am 10. Februar folgte das Orkantief „Quinten“ mit Böenspitzen in Steckborn von 116 km/h. April und Mai waren geprägt von ausserordentlich sonnigem und warmem Frühlingswetter. Vielerorts wurden neue Mai-Hitzerekorde registriert. Am 26. Mai überquerten heftige Gewitter mit Sturm und Hagel die Alpennordseite und brachten am Bodensee die höchsten Böenspitzen 2009 (100-120 km/h). Juni und Juli waren mit häufigen Störungsdurchgängen und mit teilweise heftigen Gewittern wechselhaft, August und September hingegen extrem warm, trocken und sehr sonnig. Der Winter kündigte sich am 12. Oktober mit einer Kaltfront an (Böenspitzen 60-80 km/h). Es folgte eine aussergewöhnlich milde zweite Novemberhälfte, bevor im Dezember arktische Luft auch in der Region Bodensee für Temperaturen von deutlich unter minus 10 Grad sorgte. Am 21. Dezember stiessen stürmische Föhnwinde bis ins östliche Seebecken vor. In Altenrhein wurden am Abend Böenspitzen von 85 km/h und eine Temperatur von 10 Grad gemessen.
Bestätigte hohe Zuverlässigkeit
Um die Qualität der Starkwind- und Sturmwarnungen zu beurteilen, erstellt die DWD-Regionalzentrale Stuttgart jährlich eine umfangreiche und detaillierte statistische Auswertung. Diese zeigt auch für die Warnperiode 2009 Trefferraten von rund 90 %. Gleichzeitig wurden konsequent und erfolgreich die Falschalarme weiter verringert. Grossereignisse wie die Winterstürme Joris und Quinten, der Gewittersturm am 26. Mai oder auch der Föhneinbruch kurz vor Weihnachten wurden richtig vorausgesagt und zeitgerecht gewarnt. Die lokalen Phänomene sind aber nach wie vor schwierig vorauszusagen. So ist etwa vom Ostteil des Sees bekannt, dass bei Gewittern oder Föhnstürmen die Windverhältnisse auf kleinen Distanzen stark variieren können. Solch lokale Ereignisse mit Sturmböen ohne Warnung machen zum einen deutlich, dass die Anstrengungen der Wetterdienste und der Schutz- und Rettungskräfte im Interesse der Öffentlichkeit nicht nachlassen dürfen, zum andern betonen sie aber auch die notwendige Eigenverantwortung der Seebenutzer.
Ausblick 2010
Die beteiligten Wetterdienste wollen im laufenden Jahr 2010 die sehr guten Trefferraten der
vergangenen Jahre im Starkwind- und Sturmbereich wie auch die sehr niedrige Falschalarmrate bestätigen. Auch die verminderten Unterschiede der Trefferraten auf den verschiedenen Seeteilen sollen aufrecht erhalten werden. Weiter setzen sich die Wetterdienste das hohe Ziel, den Anteil der Sturmereignisse, welche mit einer Vorwarnzeit von mindestens eine Stunde angekündigt werden, weiter auszubauen. Neben der ständigen Weiterentwicklung der Wettermodelle und der Überwachungstechnik zählen die Wetterdienste dabei auf die beispielhafte internationale Zusammenarbeit am Bodensee und den engen Kontakt mit den Polizeidiensten und den Seenutzern. MeteoSchweiz.