Zwei Personen verloren 2009 im Thurgauer Teil des Bodensees ihr Leben, gleich viele wie 2008. Im Februar wurde im Hafen von Arbon ein 31-Jähriger tot aus dem Wasser geborgen. Als Todesursache wurde Ertrinken festgestellt, Hinweise auf eine Dritteinwirkung lagen gemäss Rechtsmedizin keine vor. Zudem verstarb Mitte Juni ein 38-Jähriger bei einem Tauchgang vor Steckborn.
Glück im Unglück hatte Anfangs Oktober ein Segler, der im Konstanz Trichter durch sein gekentertes Schiff unter Wasser gedrückt worden war. Dank dem schnellen Einsatz der Thurgauer Seepolizisten konnte er befreit und noch vor Ort wiederbelebt werden. Insgesamt wurden 2009 im Thurgauer Teil des Bodensees zehn Personen verletzt (2008: 5). Zwei Kajakfahrer kenterten anfangs Mai im Sturm und mussten durch die Seepolizei stark unterkühlt geborgen werden. Und im Hafen von Arbon verletzten sich Ende Mai drei Personen bei einem Motorenbrand auf einem Schiff. Insgesamt wurden 2009 auf den Thurgauer Gewässern zwei Schiffsbrände mit einem Sachschaden von rund 27'000 Franken verzeichnet (2008: 2 Brände mit rund 70'000 Franken Sachschaden).
Die deutliche Zunahme bei den Gesamt-Unfallzahlen ist unter anderem auf die windreiche erste Jahreshälfte zurückzuführen. So mussten vor allem im Mai viele Schiffe und Boote geborgen werden, die sich bei Sturm und hohem Wellengang aus den Befestigungen gerissen hatten.
Weniger Sturmwarnungen, mehr Vermögensdelikten
Die Windwarnungen, gemeldet von der MeteoSchweiz in Zürich und dem Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, sind gegenüber den Vorjahren zurückgegangen. So nahmen etwa die von der Kantonalen Notrufzentrale im Polizeikommando Thurgau ausgelösten Wetterwarnungen für Starkwind und Sturm von 285 auf 263 Ereignisse ab. Die Trefferquote der Meteorologen war dabei hoch: gefährliche Situationen konnten über das ganze Jahr hinweg rechtzeitig angekündigt werden.
Die Taucher der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau wurden 2009 zu etwas weniger Ernsteinsätzen aufgeboten wie im Vorjahr (2009:22, 2008:27). Unter anderem mussten zwei Leichen aus dem See und einem Bach geborgen werden.
Auffallend ist die hohe Zahl von Vermögensdelikten. So wurden 38 Entwendungen von Schiffsmotoren angezeigt (2008: 21). Betroffen waren vor allem die Häfen in Güttingen, Egnach und Steckborn. Ein grosser Teil der in Steckborn entwendeten Schiffsmotoren konnte in der Slowakei sichergestellt werden.
Der Bodenseepegel bewegte sich im Frühjahr und Herbst 2009 weitgehend im langjährigen Mittel, im Sommer konnte hingegen ein verhältnismässig hoher Pegelstand registriert werden. Total wurden rund 1’954 Boote von den technischen Experten der Seepolizei/Schifffahrtskontrolle geprüft. 528 Personen legten die Bootstheorieprüfung ab, 658 wurden praktisch geprüft. Die ebenfalls zur Seepolizei gehörende Ölwehr verzeichnete wenige Einsätze.
Gesamter See: mehr Unfälle, mehr Verletzte, weniger Tote
Auf dem gesamten Bodensee und dem Hochrheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich im Jahr 2009 insgesamt 217 Unfälle. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 37 Unfälle (+ 21 %). Diese forderten 61 Verletzte (2008: 42) und 12 Tote (2007: 13). Die Schadenssumme aller Unfälle beläuft sich auf rund 526’000 Euro, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 22 % bedeutet. Statistik TG >

Spezialisten der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau bergen im
Juni vor Bottighofen ein verunfalltes Schiff. (Bild: Kapo TG)