Gautier, fünffacher Vater, erlangte erstmals Berühmtheit, als er 1989 den anspruchsvollen Einhand-Hochsee-Circuit in Frankreich, die Solitaire du Figaro, gewann. 1992 gewann er dann das weltweit anspruchsvollste Einhandrennen, die Vendée Globe, die nonstop rund um den Globus führt.
Alain Gautier (FRA) (Photo credit: Carlo Borlenghi/Alinghi)
Er ist auch ein grosser Formel-1-Fan und so war es keine Überraschung, dass er sich in den späten neunziger Jahren auf die schnelle und gefährliche Welt der Mehrrumpf-Rennen konzentrierte und viele Jahre am ORMA 60-Tri-Circuit teilnahm. Heute, mit der Ankunft der 90-Fuss-Mehrrümpfer für den America's Cup, ist der französische Geschwindigkeits-Jäger ganz in seinem Element.
Auf die Frage, ob er dem Team verziehen habe, antwortet Gautier lachend: „Ich war zwar nicht am Steuer, doch ich war als Skipper an Bord. Wenn du als Skipper an Bord bist und das Boot kentert, dann trägst du einen grossen Teil der Schuld. Es war eine Erfahrung für alle. Wir hatten Glück, dass sich niemand schwer verletzte. Die Reparatur des Bootes dauerte zwei Monate und dann konnten wir das Training wieder aufnehmen.“
Wie viele professionelle Athleten lernt Gautier aus allem seine Lektion: „Die Kenterung war eine gute Lektion. Manchmal lernt man mehr aus schlechten Erfahrungen. Man lernt mehr als aus einem verlorenen Rennen als aus einem Sieg und das gilt auch für Situationen wie diese.“
Alinghi ist für Gautier eine schöne Möglichkeit, mit einem grossen Team zu arbeiten, was er sehr geniesst: „Ich segle seit 1983 auf Mehrrümpfern, ich bin ein Einhandsegler und ich bin mit Crews auf 60-Fuss-Mehrrümpfern gesegelt, aber ich habe noch nie zuvor in einem Projekt dieser Grössenordnung gearbeitet. Für mich ist dies eine wunderbare Erfahrung, denn diese Boote sind wirklich unglaublich und das Niveau der Segler und der Designteammitglieder machen die Arbeit bei Alinghi zu einem echten Privileg.“ (alinghi.com)