Von Andrina Speziale, Thurgauerzeitung
Aadorf - Diese Saison belegte Werner Schenk bei den Super-Grand-Masters (Ü55) den ersten Platz und sein 18-jähriger Sohn Fabian verpasste in der Gesamtwertung des Jahres 2009 als Vierter nur knapp das Podest im Schweizer Cup. Nun feierten sie dies an der Jahresabschlussfeier.
Die Familie Schenk aus Aadorf hat sich mit Leidenschaft dem Windsurfen verschrieben. Vater Werner Schenk stand vor fast 30 Jahren das erste Mal auf einem Brett, nachdem ihn ein Kollege dazu motiviert hatte. Mit seiner Begeisterung für diesen Wassersport steckte er auch seine beiden Kinder Fabian und Mirjam an. Nur seine Frau Ursula konnte er von diesem Sport noch nicht überzeugen. Trotzdem unterstützt sie ihre Familie und fährt gerne an die Regatten mit, selbst wenn dafür weite Wege in Kauf zu nehmen sind. Denn es stehen auch internationale Wettkämpfe auf dem Programm.
Wind gibt grünes Licht
Ab Ostern freut sich die Familie Schenk über jede Brise, da im Frühjahr mit dem Schweizer Cup die offizielle Saison beginnt. Als Mitglied des Windsurfing-Clubs Steckborn brettern die Schenks meistens über den Untersee. «Wir fahren aber auch an den Urner- oder Walensee», sagt Werner Schenk. Bei diesem Hobby müsse man flexibel sein und sich an die Wetterverhältnisse anpassen. Deshalb transportieren die Schenks ihre Bretter und Segel mit Wohnmobil und Anhänger – eine zeitaufwendige Angelegenheit. Jetzt im Winter wird die komplette Ausrüstung erst einmal verstaut.
Um sich in Form zu halten, wird statt auf Wasser auf Schnee gefahren. Vor allem die 15-jährige Mirjam nimmt mit Begeisterung an Ski-Rennen teil. Lachend meinen sie und ihre Mutter: «Dann sind wir noch in den Bergen, während die anderen beiden schon wieder am Surfen sind.»
Vernünftiger Ehrgeiz
Fabian Schenk fiel diese Saison immer wieder durch Spitzenplätze auf. Bei den Junioren wurde er trotz einer Fussverletzung im Frühjahr Zweiter in der Disziplinen-Gesamtwertung Formula. Und am internationalen Surfmarathon in Steckborn belegte er hinter Profi und Olympiateilnehmer Richard Stauffacher den hervorragenden 2. Platz. Doch zufrieden gibt sich der ehrgeizige Wassersportler mit diesen Resultaten nicht.
Für das Jahr 2010 hat er schon klare Ziele vor Augen: «An der Junioren-Weltmeisterschaft in Südfrankreich will ich im Slalom unter die ersten Zehn fahren», sagt Fabian bestimmt. Auf seine letzte Saison als Junior will er sich sorgfältig vorbereiten. «Leider haben wir keinen geregelten Trainingsbetrieb, da es in der Region zu wenig junge Windsurfer gibt», erklärt Fabian. Mit Sebastian Kördel und Florian Bandel aus Deutschland habe er aber zwei gute Trainingskollegen gefunden.
Ursprünglich hatte Fabian Schenk den Wunsch gehegt, an den Olympischen Spielen 2012 in London teilzunehmen. Dieses Ziel muss der Aadorfer aber vorerst zurückstecken, da er eine Lehre als Konstrukteur macht, was für ihn momentan Priorität hat. «Windsurfen ist in der Schweiz eine Randsportart», verdeutlicht der junge Wassersportler. Da sei es vernünftiger, nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Fabian (l.) und Werner Schenk surfen nicht nur auf dem Bodensee - sondern wie hier auch auf dem Silvaplanersee. Bild: wcs