Die Liegeplätze der SBS AG werden teurer und auch die Hafenmiete wird steigen. Ein Sturm der Entrüstung blieb an der GV des Yachtclubs Romanshorn (YCRo) vom vergangenen Samstag allerdings aus.
Alois Degenhardt
Einen Jahrerückblick mit negativen und positiven Vorzeichen hatte Yachtclub-Präsident Ruedi Schellenberg für die GV angekündigt und überliess Gemeinderat Peter Eberle als Präsident der Hafenkommission eine der eher negativen Mitteilungen. Die erste schlechte Nachricht: die Gemeinde muss die Hafenmiete um fünf Prozent ehrhöhen. "Gemeinderat und Hafenkommission mussten diesen Schritt nach der 1,65 Millionen teuren Hafensanierung beschliessen, um Schulden zu tilgen und neue Substanz aufbauen zu können", begründete Eberle die Massnahme.
Spürbarer, nämlich um 60 Prozent, wird sich die Mieterhöhung für Segler auswirken, die an der Mole 1 im Fährhafen liegen. Dies SBS müsse nach der Realisation der 70 neuen Plätze ihre Investitionen wenigstens teilweise auf diesem Wege amortisieren, heisst es. "Sie wollte die Liegeplätze anfänlich direkt an die Bootsbesitzer vermieten, doch zum Glück konnten wir wie bisher einen 10jährigen Kollektivvertrag aushandeln", teile Ruedi Schellenberg mit. Fällig für Parkplatznutzer wird überdies eine Jahresvignette von 100 Franken, ohne Anspruch auf einen freien Platz allerdings. Der Vorstand, so Schellenberg weiter, habe im Zuge seiner Beratungen Pläne über einen Anbau am Vereinshaus Mole inzischen auf Eis gelegt.
Dass im Vereinsjahr vor allem das Segeln im Mittelpunkt stand, geht aus den Berichten der Ressortleiter hervor. Unter dem Motto "cool and clean" trafen sich Jugendliche aus verschiedenen Vereinen bereits Ende März bei anspruchsvollen Wetterverhältnissen zum Intensivtraining mit Alinghi-Mitgliedern. Unter kurzfristig auftretenden Terminkollisionen litt die Beteiligung an der Bodenseemeisterschaft der Traditionsklassen, nachdem bereits zuvor die Jollenregatta mangels Anmeldungen abgesagt werden musste. Dass Segeln ein Sport fürs Leben ist, erlebte die Versammlung am Beispiel von Rolf Hügli, der für seine 50jährige Aktivmitgliedschaft geehrt wurde.
"Blauer Anker" für die Umwelt
Dass Wassersportler entscheidend zur Reinhaltung des Bodensees beitragen können, schilderte Hans-Lucius Studer, Präsident des internatinalen Wassersportvereingiung Bodensee (IWGB) in seinem Referat zum Umweltprogramm "Blauer Anker". Nachdem ein gemeinsames Vorgehen mit den Initianten der "Blauen Flagge" nicht möglich war, werde dies von 25 Verbänden getragene Umweltauszeichung speziell für die Bedürfnisse des Bodensees immer begehrter. Ehrenamtliche Auditoren zertifizieren die Hafen- und Wassersportanlagen nach einem strengen Kriterienkatalog, der vor allem die Themen Sicherheit und Umweltverträglichkeit in den Mittelpunkt stellt. Hafenbetreiber werden durch Merkblätter und Fachliteratur unterstütz, aber auch an Fahtagungen für Umweltbeauftragte sensibilisiert.