Montag, 30. November 2009

30.11.09: Flottes Tempo bei der "Eisernen"

Heute berichtet der Südkurier Konstanz im Regionalsport über die "Eiserne" vom Samstag 29. November. "Den Gesamtsieg bei der Regatta der Eisernen vor Konstanz errangen mit tollen Leistung von 32 gesegelten Minuten und einer Yardstickverrechnung auf 38:23 Minuten die beiden Konstanzer Jungs Tim und Tom Lange!"


Schöner Wind an der "Eisernen 2009" - Foto: DSMC

Bereits nach 28:14 Minuten ging das erste Boot, eine RC 27, über die Ziellinie bei der „Eisernen“, am Steuer der Schweizer Claas van der Linde. Nach Yardstickkorrektur segelte er jedoch mit einer berechneten Zeit von 44:07 in der Klasse der Mehrrumpfboote auf Platz zwei und musste Markus Enzensperger mit einer korrigierten Zeit von 40:29 Minuten (bei 31:10 gesegelter Zeit) den Vortritt lassen. Tim und Tom Lange, die beiden 18- und 19-jährigen Nachwuchstalente des DSMC, die 2007 bei der WM in Australien starteten und inzwischen an der Sportschule Kiel im Kader trainieren, sind samt ihrem 49er extra aus Kiel angereist, um hier bei der „Eisernen“ mitzusegeln. Sie wollten ein bisschen Bodenseeluft schnuppern, Freunde treffen und natürlich in ihrem „alten“ Club zeigen, was sie dazugelernt haben. Zwölf Stunden mit dem Bootsanhänger über die Autobahn, 800 Kilometer für eine Segelregatta mit einem einzigen Lauf - das nennt man Sportsgeist. Inzwischen an das rauere Klima und die kabbeligen Wellen der Ostsee gewöhnt, hatten sie am Samstag hoch in Luv eine sehr gute Startplatzierung und konnten sich schon nach wenigen Metern vom Feld absetzen, während hinter ihnen in der Menge ziemliche Hektik ausbrach.

Da gab es bei drei bis vier Beaufort und heftigen Böen aus West-Südwest unkalkulierte Frühstarts, Raumrufe und Kollisionen, die Kringel nach sich zogen. Eine Longtze verfing sich, zum Glück ohne größeren Schaden, im Backstag einer X 99, wodurch beide Boote ihre gute Position verloren. Während die zweite Startgruppe noch auf ihren Signalschuss wartete, zogen die Spitzenreiter an der Wendetonne vor Konstanz in Folge des „traumhaften Windes“ schon den Spi und brachten damit das Fernsehteam auf dem Begleitschiff in Zugzwang. Sollten sie nun das Wendemanöver oder den zweiten Start filmen, oder ihre Objektive lieber ob des rasanten Segeltempos schon auf die Ziellinie richten?

Auf der Bahn selbst war durchgehend Konzentration gefragt. Ganz offensichtlich hatten einige Steuermänner Probleme damit, das Geschwindigkeitspotenzial der unterschiedlichen Schiffstypen richtig einzuschätzen, weshalb viele Wendemanöver des letzten Augenblicks beobachtet wurden. Spritzende Gischt, in Böen flatternde Spinnaker, das Konzil hinter einem Wald von Segelmasten verschwunden, 29er, die mit einer 8m-Rennyacht gemeinsam um die Tonne wenden und dahinter ein Zweimaster mit zwei Klüver-, Besanstag – und zwei Großsegeln, Mannschaften mit Nikolausmützen - oder im Engelskostüm; jede Menge Fotomotive und Gesprächsstoff für die Beobachter auf dem vollbesetzten Zuschauerboot.

Besonders lustig die Crew vom „Schnokenwiible“ (WYC) um Skipper Alexander Ulmer, die auch den Preis für die schönste Yacht erhielt. Sie war komplett in Nikolauskostüme gekleidet, hatte ein Tannenbäumchen samt Kugelschmuck an der Reling und unter ihrer Saling schaukelte eine übergroße Nikolauspuppe.

Nach 1:34,23 Stunden ging als letztes Boot die Nina, eine Sailart 18, über die Ziellinie. So konnten schon gegen 14.30 Uhr die Bojen wieder eingeholt werden. Das war seit Jahren die schnellste Eiserne, denn meist lagen die Sieger im Bereich von eineinhalb Stunden, die letzten Boote schafften es in drei bis vier Stunden gerade zum Sonnenuntergang zurück in den Hafen. „Gegen die Flautenschieberei und den Nebel in den letzten Jahren wettertechnisch eine Idealregatta“, bilanzierte Ralph Uebelen vom DSMC.

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