Ernesto Bertarelli hat sich zum Rechtsstreit mit Oracle geäussert. Der 44-jährige Schweizer gibt sich kämpferisch in Sachen Alinghi und patriotisch in seinen Gefühlen, so berichtet gestern Mittwoch die Thurgauerzeitung.Von Florian A. Lehmann, Thurgauerzeitung
Gegenüber der welschen Tageszeitung "Le Matin" zeigt sich der Chef der Alinghi verärgert über den ewigen Streit in den Gerichtssälen gegen Herausforderer BMW Oracle. Auch dass Ras-Al Khaimal vom New Yorker Gericht nicht als Austragungsort des nächsten America’s Cup akzeptiert wurde, sei enttäuschend. "Es ist ein wunderbarer Ort mit ausgezeichneten Wetterverhältnissen. Ras-Al Khaimal ist so etwas wie der Kaviar des Meeres." In Valencia dagegen kämen die thermischen Bedingungen im Februar einer Lotterie gleich.
Bertarelli hat gegen den jüngsten, für ihn negativen Entscheid der Richterin Shirley Korneich rekurriert. Der passionierte Segler glaubt, dass die Amerikaner mit ihrem wenig kooperativen Verhalten auf juristischem Parkett Zeit schinden wollen. "Als sie unser Boot entdeckt haben, ist ihnen bewusst geworden, dass sie im Rückstand liegen."
Den Bettel einfach hinschmeissen, obwohl der Herausforderer so viele Hindernisse für die nächste Austragung des America’s Cup in den Weg legt, käme aber für ihn nicht in Frage. "Wir haben dieses Team und dieses wunderbare Boot kreiert. Und wir haben die Unterstützung von vielen Menschen." Das sei ihm am letzten 1. August bewusst geworden, als die neue Alinghi im Lac Léman ihre Jungfernfahrt erlebte.
Und das sehr grosse Boot habe die Bevölkerung nicht brüskiert. "Die Schweiz braucht Träume", erklärt Bertarelli, der sich als grosser Patriot outet. "Die Alinghi wird alles unternehmen, um zu gewinnen", zeigt sich der in Rom geborene Patron des Katamarans kämpferisch. "Man darf nach solchen Enttäuschungen nicht aufgeben oder die Hoffnung verlieren."