Freitag, 16. Oktober 2009

16.10.09: Ende des Lindauer Hafenstreits in Sicht

Der steinerne Löwe an der Hafeneinfahrt von Lindau könnte bayerisch bleiben: Der jahrelange Streit zwischen dem baden-württembergischen Konstanz und dem bayerischen Lindau um Eigentum und Nutzung des Lindauer Hafens geht wohl bald zu Ende.


Hafen Lindau (Foto: langenargen-tourismus.de)

"Es sieht so aus", sagte der Konstanzer Stadtsprecher Walter Rügert am Donnerstag gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Einzelheiten wollte er jedoch nicht nennen. Medienberichten zufolge sieht eine aussergerichtliche Einigung vor, dass Lindau den Hafen kauft und Konstanz Nutzungsrechte für die Bodenseeflotte einräumt. Eine mögliche Vereinbarung müsse noch in den Stadtparlamenten sowie in entsprechenden Gremien beraten werden, erläuterte Rügert.

Flotte samt Hafen verkauft
Der Streit hatte 2003 begonnen, als die Konstanzer Stadtwerke von der Deutschen Bahn (DB) die Bodensee-Schaffsbetriebe (BSB) kauften. Denn zu den BSB gehörten auch eine Werft und die Lindauer Hafenanlagen. Die Stadt Lindau sah in dem Verkauf des Hafens einen Verstoss gegen ihr Vorkaufsrecht.

Lindaus Oberbürgermeisterin Petra Seidl drohte damit, Ansprüche auf das historische Ensemble mit dem städtischen Wahrzeichen - ein sechs Meter hoher bayerischer Löwe - notfalls juristisch durchzusetzen. Konstanz' Oberbürgermeister Horst Frank hatte vorgeschlagen, eine Hafenbetriebsgesellschaft zu gründen. Daran wollte Konstanz eine Minderheitsbeteiligung erwerben. Das scheiterte aber an den finanziellen Forderungen der Lindauer.